Kritiken zu
KREIS-ANZEIGER
"Zweimal Barcelona, ohne Rückflug" während der vom Publikum mit lautstarkem Applaus empfangene Horst .Janson bereits kontrolliert-euphorisch seine Zukunft im Reichtum zu organisieren begann, rang Ingrid Steeger, als seine Gattin Jean, angesichts der Situation schon vehement um ihre Fassung. Insbesondere Michael Qenicke alias Vic oder Percy avancierte dabei zur zentralen Figur, dessen zunächst klare Denkweise, mit fortdauernder Spielzeit mehr und mehr Opfer des Lügen-gebäudes wurde, und das sehr zum Gefallen des immer mehr mitgehenden Schottener Publikums.
Norderstedter Zeitung
Horst Janson beherrscht als vom Geld beglückter Buchhalter die Szenerie. Souverän und charmant schlängelt er seinen Henry durch den Urwald der kleinen Notlügen und Wahrheitsverdrehungen. Michael Oenicke mimt Vic, der schwer von Begriff ist und immer dem neuesten Entwicklungsstand der Handlung hinterherhinkt. Seine etwas trottelige Art und sein Outfit finden viele Lacher bei den Zuschauern. Sylvia Nentwig zeigt als seine Frau Betty eine gute Figur. Auch Lutz Bembenneck und Christian Steinfelder fügen sich als Polizisten harmonisch in das rasante Geschehen ein.
Westfälische Rundschau
Komödie mit Ingrid Steeger und Horst Janson lebte von den Schauspielern
Szenenapplaus für "Funny Money" Kamen (BW.) Ingrid Steeger und Horst Janson in den Hauptrollen der Komödie "Funny Money" lockten am Freitagabend in die Konzertaula. Für das Kamener Publikum sind die beiden Stars aus den 30iger Jahren alte Bekannte, beide standen hier schon auf den Brettern, die die Welt bedeuten. Ray Cooneys Verwirrspiel, das 1995 in London uraufgeführt wurde, hat das Genre sicherlich nicht neu erfunden und so überraschend war das überraschende Ende dann doch nicht, aber Spaß hat "Funny Money" allemal gemacht. Das Publikum bedankte sich mit Szenenapplaus für manchen gelungenen Dialog.
Salzgitter-Zeitung
Kaum Zeit zum Luftholen!
Theaterausklang in Lebenstedt: .‚Funny Money" - mehr als eine Komödie. Die Besucher in der sehr gut besetzten Aula des Gymnasiums am Fredenberg mögen "Funny Money" als turbulentes Lustspiel empfunden haben. Sie amüsierten sich köstlich und spendeten reichlich Beifall. Auf jeden Fall war "Funny Money" kein Klamauk, wenn es zuweilen auch danach aussah. Und ein unbeschwerter Saisonausklang mit einem hervorragenden Ensemble unter der Regie von Udo Schürmer.
Wochenkurier
Janson und Steeger glänzen im Verwirrsiel um Koffertausch
In Gevelsberg glänzen in den Hauptrollen Ingrid Steeger -bekannt aus Klimbim sowie zahlreichen Theaterstücken und Fernsehfilmen, unter anderem "Der große BeIlheim" von Dieter Wedel -und Horst Janson, spätestens seit "Salto-Mortale" und "Der Bastian" einer der großen deutschen Fernsehstars, der schon früh auch
in Kinofilmen wie "Das Glas Wasser", "Die Buddenbrocks" oder "lmmenhof" mitwirkte. Doch auch die weniger berühmten Darsteller der Nebenrollen konnten überzeugen.

 

... im Spiegel der Presse
Kirner Zeitung
Ins Spiel kam bereits im Prolog ein beeindruckend agierender Hans-Peter Minetti als Herr der Herren (so der vom Dichter benannte Himmelsherr). Starke Szenen dann in der Gretchentragödie. Naivität und Liebe, diese
Wahnsinns Aufgabe meisterte eine tolle Schauspielerin: Sylvia Burza. Während ihr sonst Herr Mephisto, der Teufel, Konkurrenz machte, trat hier ein vergleichsweises Teutelchen auf. Michael Oenicke, der Leiter des Tournee-Theaters. machte aus dem Beelzebub eher eine Kabarettnummer. Das war witzig. gekonnt,
auch hintersinnig. Herrlich gelungen war das "Vorspiel auf dem Theater" ("Direktor" Oenicke, "Dichter" Minetti, lrma Münch als "Lustige Person"). Im Prolog klang das Geheimnisumwitterte dieses Menschendramas an.
AZ Kirn
Die Besetzung der einzelnen Rollen ist perfekt. Sylvia Burza verleiht dem Gretchen eben jene Unschuld, die mit einem Schuss Vorwitzigkeit gewürzt den besonderen Reiz der Rolle darstellt. lrma Münch ist durch die langen Jahre, in denen sie bereits in ihrem Fach zu Hause ist, eine Frau Marthe mit der richtigen Mischung aus Reife. Lebensfreude und Hinterlist und bildet so eine herrliche Ergänzung zu Michael Oenickes Mephisto. Oenicke hoft die Teutelsgestalt etwas von dem abgehobenen Sockel herunter, auf den er von so manchem seiner Schauspielerkollegen gestellt wurde. Die Verschlagenheit und Eigensucht des Teufels werden von seinem spitzen Wortwitz so gut konterkariert, dass dieser Mephisto manches Mal schon fast sympathisch wird. Uber all diesen glanz-vollen Schauspielern und ihrem Können steht noch Hans-Peter Minetti. Für die Zeit, die er auf der Bühne ist, spielt er nicht nur den Dr. Faust, er scheint eins zu werden mit der Figur - er wird zu Faust.
Die Rheinpfalz
Offene Bühme, knappe Requisiten. Ein kleiner Schrank mit Fausts Utensilien, Pult, Bank, Truhe, die Treppe, auf der der Herr hier unter vier Augen mit dem seinem Gesinde angehörenden Teufel verhandelt. "Herr" wird Hans-Peter Minetti, eben noch Dichter, mit dem Uberwurf eines weiten Tuches, das er nach dem Dialog einfach abstreift, um in die Faustrolle zu schlüpfen. Mephisto (Michael Oenicke) ergänzt sein Theaterdirektorenhabit. ein schwarzes rohseidenes Mäntelchen, mit einem Krückstock - und bleibt Boh~me vorgebender Schmierenkomödiant. Keine Maske, keine Tricks. Sofort wird klar: Hier spielen Könner! Da sitzt jeder Ton, jede Geste. Alle sind sehr gute Sprecher.
Die Rheinpfalz
WAHNSINN BEEINDRUCKT BIS ZUR BEKLOMMENHEIT
Einen ganz großen Abend schenkten vier Akteure der "Schauspiel Tournee Oenicke" dem Eisenberger Publikum am Freitagabend. Wer glaubt, Goethe sei out, irrt. Am Freitag zeigten Hans-Peter Minetti in der
Rolle des Faust (und einleitend eines Dichters), Michael Oenicke als Mephistopheles (und Theaterdirektor), Irma Münch (anfangs lustige Pason) als Nachbarin Marthe und schließlich Sylvia Burza' die beeindruckend
das Gretchen bot, was eigentlich Sache ist bei diesem Spiel. Ideale Gegenspieler waren Marthe und Gretchen: Geht Mephisto locker mit der Lüge um, ist Marthe nicht nur eine peinlich neugierige Nachbarin, sondern hat durchaus das Zeug zur durchtriebenen Kupplerin.


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